Manchmal braucht es gar nicht viel für einen richtig gelungenen Tag: vier Motorräder, vier gut gelaunte Fahrer, eine von Stephan perfekt ausgearbeitete Strecke und gutes Motorradwetter.
Also machten wir Gernot, Werner, Stephan und Ralf auf den Weg. Das Ziel: Bad Arolsen. Insgesamt standen rund 215 Kilometer auf dem Tagesprogramm. Kurvige Nebenstraßen, kleine Dörfer und erfreulich wenig Verkehr.
Ganz ohne Herausforderungen ging es allerdings nicht. Die Ernte läuft auf Hochtouren und deshalb waren viele richtig große Trecker und Erntemaschinen unterwegs. Aber genau dafür fährt man ja nicht auf der Rennstrecke, sondern auf Landstraßen: aufmerksam, entspannt und mit der nötigen Portion Gelassenheit.
Unser erster längerer Stopp führte uns nach Bad Arolsen. Die ehemalige Residenzstadt ist vor allem für ihr imposantes Barockschloss bekannt. Bei Kaffee, alkoholfreiem Weizen, Kuchen und einer leckeren Baguette stärkten wir uns für den zweiten Teil der Tour. Denn ohne neuen Kraftstoff läuft nix.

Bevor wir Bad Arolsen wieder verließen, entdeckten wir noch etwas, das keiner von uns bisher irgendwo gesehen hatte: einen Zebrastreifen mitten auf einer Straßenkreuzung. Kein Scherz! Als Fußgänger läuft man tatsächlich quer über die Kreuzung – mitten über die Fahrbahn. Im ersten Moment schaut man zweimal hin und fragt sich: „Ist das wirklich so gedacht?“ Offenbar ja. Verrückt, aber es funktioniert.
Weiter ging es zum Twistesee. Der idyllisch gelegene Stausee gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region. Während andere dort baden, segeln oder spazieren gehen, schauten wie einfach über das Wasser.


Der nächste Halt war das Wasserschloss Schweckhausen. Und dort wurde es plötzlich ziemlich fachlich.

Kaum hatte unser Bauingenieur Gernot einen Blick auf das historische Gemäuer geworfen, kam seine erste Einschätzung:
„So ein Ding musst du erst einmal wieder dicht kriegen!“
Stephan, Werner und Ralf schauten sich das Schloss daraufhin ebenfalls noch einmal ganz genau an. Unsere gemeinsame fachliche Bewertung fiel allerdings deutlich kürzer aus:
„Hmmm …“
Werner brachte es als Finanzexperte schließlich trocken auf den Punkt:
„Das ist und bleibt ein Groschengrab.“
Stephan und Ralf waren sich dagegen schnell einig:
„Schön wird’s bestimmt einmal.“
Jetzt bleibt nur noch eine spannende Frage: Ob die Sanierung wohl noch vor Stuttgart 21 fertig wird? Wir bleiben gespannt.

Zurück in Detmold durfte natürlich der krönende Abschluss nicht fehlen. Gemeinsam ließen wir den Tag bei einem leckeren Eis ausklingen.
Und am Ende stellten wir wieder einmal fest: Motorradfahrer sind schon ein besonderes Völkchen. Stundenlang ist man gemeinsam unterwegs, genießt dieselben Straßen, dieselben Kurven und dieselbe Landschaft – und trotzdem muss niemand pausenlos reden. Ein kurzer Daumen nach oben, ein Nicken am Helm oder ein breites Grinsen nach einer gelungenen Kurvenkombination sagen oft mehr als tausend Worte. Das ist vermutlich eine der schönsten Eigenschaften unseres Hobbys.
Unser Fazit: Es war ein gelungener Tag. Danke an Stephan, der die schöne Tour ausgearbeitet hat.
Und vielleicht bekommt der eine oder die andere jetzt ja Lust, beim nächsten Mal mitzufahren. Wir würden uns jedenfalls freuen!
