Ich hatte mir für unsere Waldkinder etwas ganz Besonderes ausgedacht.
Gemeinsam wollten wir entdecken, dass in einer Pflanze, an der man sonst lieber vorbeigeht, ein echter Schatz steckt. Aus Brennnesseln haben wir unsere eigenen Schnüre hergestellt.
Dafür sammelten wir zunächst Brennnesseln und bearbeiteten sie so lange, bis nur noch die weiche und gleichzeitig erstaunlich reißfeste Bastfaser übrig blieb. Anschließend lernten die Kinder die Drill- und Kordeltechnik, auch Verzwirnen genannt. Dabei werden zwei Faserstränge zunächst in eine Richtung eingedreht und anschließend in die entgegengesetzte Richtung miteinander verzwirnt. So entstand Schritt für Schritt eine stabile Schnur – allein aus einem Naturmaterial.
Besonders schön war zu beobachten, wie ruhig und konzentriert die Kinder gearbeitet haben. Mit viel Geduld und Geschick verwandelten sie die Brennnesseln in ihre eigenen Schnüre. Die Freude und der Stolz waren am Ende allen anzusehen, als sie ihre fertigen Werke in den Händen hielten.



Für mich sind genau solche Momente etwas Besonderes. Die Kinder erleben, dass die Natur voller Überraschungen steckt und aus einer vermeintlichen „Unkrautpflanze“ etwas Wertvolles entstehen kann. Ganz nebenbei lernen sie eine alte Handwerkstechnik kennen und erfahren, wie viel Freude es macht, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen.
Beitrag von Mareike Nyhues
