Einmal im Jahr ist es soweit: Dann werden die Wanderschuhe gegen Boulekugeln getauscht und aus den Donnerstagswanderern werden für einen Nachmittag hochkonzentrierte Bouleprofis. Wobei … das mit den Profis sehen einige vermutlich etwas anders. Die 22 alten Wandersäcke hatten jedenfalls wieder mächtig Spaß.
Die erste Herausforderung des Tages war noch gar nicht das Boulespiel, sondern die Auslosung. Die musste nämlich gleich wiederholt werden. Es stellte sich heraus, dass das Ziehen eines Zettels aus einem Hut doch anspruchsvoller ist, als man denkt. Aber nach dem zweiten Anlauf waren alle auf Betriebstemperatur und das Turnier konnte endlich beginnen.


Natürlich wurde nach streng französischen Regeln gespielt. Zum Start gab es ein Glas Wein – stilecht im Schnapsglas serviert –, dazu Käse und jede Menge Baguette. So gehört sich das schließlich bei einem internationalen Spitzenturnier.




Ein herzliches Dankeschön geht an Dieter und Olaf, die den Nachmittag perfekt vorbereitet hatten. Auch Otto hatte anlässlich seines Geburtstags einiges zum Buffet beigesteuert.
Kaum rollten die ersten Kugeln, rollten auch schon die ersten Sprüche.
Dass viele von uns nicht mehr ganz so gut hören, behaupten jedenfalls unsere Partnerinnen schon seit Jahren. Das gehört wohl zum Älterwerden. Nun kam aber noch eine zweite Herausforderung dazu: genau hinschauen. Da ließ Dieter nicht lange auf sich warten und half mit seinem legendären Hinweis:
„Das gelbe Blatt ist nicht das Schweinchen!“
Für viele war das wohl der hilfreichste Tipp des ganzen Turniers.
Überhaupt brachte Dieter Mey mit seinen fast 93 Jahren Lebenserfahrung den Nachmittag mit einem einzigen Satz auf den Punkt:
„Junge, es ist die Geselligkeit. Man muss nicht gewinnen.“
Mehr muss man über unsere Donnerstagswanderer eigentlich gar nicht wissen.
Natürlich wurde auch wieder kräftig gefrotzelt.
Als Günter einmal etwas überhörte, rief Olaf quer über den Platz:
„Jünter, stell deine Dinger ma’n bisschen lauter!“ 😄
Musikalisch wurde es später ebenfalls. Als Olaf ein Lied anstimmte, dauerte es keine drei Sekunden, bis der trockene Kommentar kam:
„Der hat die Stimmgabel verbogen.“
Nach vielen spannenden Partien standen schließlich die Sieger fest:
🥇 Arian
🥈 Achim
🥉 Carl
Herzlichen Glückwunsch!
Anschließend ging es gemeinsam zurück zum Treffpunkt. Dort wurde der Grill angeheizt und es gab Würstchen, Fleisch und alles, was zu einem gelungenen Sommerabend dazugehört.


Auch das Buffet sorgte wieder für Gesprächsstoff.
Dieter schaute etwas ratlos auf den Tisch:
„Ich habe sechs Baguettes gekauft. Ich hätte nie gedacht, dass die alle weggehen.“
Die Antwort ließ natürlich nicht lange auf sich warten:
„Wo sind die denn hingegangen?“
Und Olaf hatte dafür seine ganz eigene Erklärung:
„Wenn die wissen, dass es was umsonst gibt, fressen die wie die Blöden.“


Zum krönenden Abschluss verteilte Gerd – inzwischen längst Tradition – wieder seine berühmten Schaumküsse.
Natürlich blieb auch das nicht unkommentiert.
„Sind die noch aus der ersten Runde?“
Die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen:
„Warum? Dafür brauchst du Zähne. Mit deiner Kauleiste wird das nichts!“
Für zusätzliche Unterhaltung sorgten wieder unsere drei Spandauer – Olaf, Gerd und Achim. Mit ihrem unverwechselbaren Berliner Slang waren sie den ganzen Nachmittag über nicht zu überhören.
Und ganz nebenbei bekamen wir sogar noch eine kleine Geschichtsstunde: Spandau sei rund 70 Jahre älter als Berlinund besitze sieben Zugbrücken. Als Lipper können wir uns Berlins Größe eigentlich nur so erklären: Die Spandauer haben ihre Zugbrücken jahrzehntelang hochgezogen gelassen. Da blieb Berlin wohl nichts anderes übrig, als einfach außen herum zu wachsen.
Am Ende waren sich aber alle einig: Gewonnen hat wieder einmal die Gemeinschaft. Es wurde gelacht, gefrotzzelt, gegessen, gegrillt, angestoßen und natürlich auch Boule gespielt.
Es war ein schöner Nachmittag!
